Dein Hund flüchtet beim ersten Knallen unter das Sofa oder sucht zitternd deine Nähe?
Viele Hundebesitzer stehen jedes Jahr vor der gleichen Herausforderung.
Da das Gehör unserer Fellnasen viel sensibler ist als unseres, nehmen sie das Silvesterfeuerwerk oft als physischen Schmerz wahr.
In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie du deinen Hund empathisch begleitest und euch gemeinsam einen sicheren Hafen schaffst.
Das Wichtigste auf einen Blick:
Sei ein sicherer Hafen: Angst ist eine Emotion und kein Verhalten – du kannst sie durch Trösten nicht verstärken, sondern hilfst deinem Hund durch Nähe, Stress abzubauen.
Vorbereitung schafft Ruhe: Sichere Rückzugsorte im Haus und eine angepasste Gassi-Runde am Vormittag senken das Stresslevel, bevor die Knallerei richtig losgeht.
Sicherheit geht vor: Nutze am Silvestertag unbedingt ein Sicherheitsgeschirr und eine doppelte Sicherung, um panische Fluchtreaktionen zu verhindern.
Warum Silvester für deinen Hund so stressig ist
Hunde hören Frequenzen bis zu 65.000 Hertz – wir Menschen meist nur bis etwa 20.000 Hertz. Ein Silvesterböller kann für deinen Hund so laut sein wie ein startender Düsenjet direkt neben ihm.
Die unvorhersehbaren Explosionen lösen eine instinktive Fluchtreaktion aus, da das Tier die Gefahr nicht einordnen kann. Besonders Hütehunde, Terrier oder Tierschutzhunde mit wenig Vorerfahrung sind oft sensibler für diese Reize.
Vorbereitung ist alles: Entspannt durch den Tag
Ein guter Plan hilft dir und deinem Hund, das Stresslevel bereits vor dem Abend niedrig zu halten:
- Vormittags auspowern: Verlege eure große Runde in die frühen Morgenstunden in ein ruhiges Waldstück.
- Sicherheit geht vor: Nutze am Silvestertag unbedingt ein Sicherheitsgeschirr und eine Leine. Panik kann ungeahnte Kräfte freisetzen.
- Kopfnoten statt Knaller: Beschäftige deinen Hund drinnen mit Suchspielen oder einer Schleckmatte. Das Kauen und Lecken schüttet Glückshormone aus und macht angenehm müde.
- Leichtes Essen: Füttere die Hauptmahlzeit am besten schon mittags, damit die Verdauung den Körper am Abend nicht zusätzlich belastet.
Euer sicherer Rückzugsort
Wenn es draußen losgeht, braucht dein Hund ein Refugium, in dem er sich geborgen fühlt:
- Höhlen bauen: Viele Hunde lieben enge Orte. Eine mit Decken abgedunkelte Box oder ein Platz im fensterlosen Flur kann Wunder wirken.
- Reize minimieren: Schließe Fenster, Türen und Rollläden komplett, um den Schall und die Lichtblitze draußen zu lassen.
- Sound Masking: Schalte den Fernseher, ein Radio oder "Braunes Rauschen" ein. Diese gleichmäßigen Geräusche überdecken die plötzlichen Knallspitzen.
Deine Rolle: Sei der "sichere Hafen"
Früher hieß es oft, man solle die Angst ignorieren – das ist heute überholt! Angst ist ein Gefühl und kann durch Zuwendung nicht „belohnt“ oder verstärkt werden.
- Schenke Nähe: Wenn dein Hund Schutz bei dir sucht, darf er das. Ruhiges Streicheln hilft ihm, Stresshormone abzubauen.
- Bleib souverän: Dein Hund orientiert sich an dir. Wenn du Ruhe und Gelassenheit ausstrahlst, vermittelst du ihm Sicherheit.
- Kein Druck: Zwinge ihn zu nichts. Wenn er lieber im Keller unter der Treppe liegen möchte, lass ihn dort.
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Wenn Management nicht ausreicht: Hilfe vom Profi
Bei sehr starker Panik ist es absolut in Ordnung und oft sogar notwendig, medizinische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Sprich rechtzeitig mit deinem Tierarzt über moderne angstlösende Medikamente.
Wichtig: Bitte verwende niemals Acepromazin. Dieses Mittel macht den Hund nur motorisch bewegungsunfähig, während er die Angst innerlich voll miterlebt – das wäre ein traumatischer Zustand.
In Augsburg gibt es zudem Schutzzonen (wie in der Innenstadt), in denen kein Feuerwerk erlaubt ist – vielleicht ist ein kleiner Ausflug dorthin oder in einen Nationalpark eine Option für euch?
Jede Herausforderung ist eine Chance, euren Weg gemeinsam weiterzugehen. Mit Geduld und Verständnis werdet ihr auch diesen Jahreswechsel meistern.
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